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Ukraine: Das Schicksal der verschleppten Kinder
ARD Weltspiegel

Der Internationale Strafgerichtshof hat einen Haftbefehl gegen den russischen Präsidenten Putin erlassen, weil er für die Verschleppung ukrainischer Kinder verantwortlich sein soll. Nach ukrainischen Angaben wurden bereits mehr als 16.000 Kinder nach Russland oder in russisch besetzte Gebiete gebracht und dort festgehalten. Eines dieser Kinder ist der 16-jährige Ihor Lysevych, der mehr als vier Monaten in Russland festgehalten wurde. Seine Familie stammt aus dem Dorf Antonivka und erhielt während des Krieges das Angebot, ein Ferienlager in Russland zu besuchen. Als die Ukrainer seine Heimatregion überraschend zurückeroberten, durfte Ihor das russische Ferienlager nicht mehr verlassen. Seine Mutter Natalya Lysevych hatte Angst, ihren Sohn für immer zu verlieren, konnte ihn aber schließlich mit viel Mühe persönlich nach Russland zurückholen. Jetzt lebt er mit seiner Mutter und anderen Vertriebenen in einer Schule.


Etwa 300 Kinder kehren in die Ukraine zurück, aber es gibt auch Fälle, in denen sich Ferienlager und Adoptivfamilien weigern, die Kinder freizugeben. Daria Kasyanova von SOS-Kinderdorf Ukraine organisiert Rückführungsaktionen, berichtet aber auch von patriotischen Erziehungsprogrammen und Propaganda gegen die Ukraine in Russland.

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